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work - Praktikumsbericht Ditzingen

Praktikumsbericht

I.Allgemeines zur Stadtbibliothek Ditzingen

Die Stadt Ditzingen gibt ca. 15000 Bürgern eine Heimat, davon sind ca. 6000 Leser der Stadtbibliothek Ditzingen. Rund 40% der Einwohner Ditzingens sind Benutzer der Stadtbibliothek, 33% benutzen sie regelmäßig.

Fakten und Zahlen

Akzeptanz und Ausleihe

1997 steigerten sich die Entleihungen der Stadtbibliothek Ditzingen erneut um 5366 Medien auf jetzt 166 700 Entleihungen gegenüber dem Vorjahr.

Die Stadtbibliothek wird zunehmend als Bildungs-und Informationseinrichtung genutzt. Das Interesse an Sachliteratur steigt weiter an, sie hat inzwischen einen Ausleiheanteil von über 30% erreicht. Die neuen Medien unterstützen diesen Trend, jede der CD-Roms war 1997 mindestens siebenmal entliehen, Lernsoftware ist der unbestrittene Favorit.

Erfreulich ist auch die Ausleihe der Artothek: 108 mal wählten die Besucher sich "Ihr" Werk aus, genauso oft wie im Vorjahr.

26% der Entleihungen entfallen auf Kinder- und Jugendliteratur, nicht eingerechnet sind die zunehmende Zahl von Kindern und Jugendlichen, die sich inzwischen regelmäßig im Haus aufhalten und stundenlang hier lesen.

Bestand:

1997 wuchs der Medienbestand um rund 5 000 Zugänge auf 33 458 Medien an.

Die Zusammensetzung:

• 86, 25 % Bücher und Zeitschriften

• 9,85 % MCs und CDs

• 0,82 % CD-Roms

• 1,55 % Videos

• 0.91 % Spiele

• 0,40 % Karten

• 0,22 % Bilder und Skulpturen

Veranstaltungen:

1997 brachte eine Neuauflage von "FEIN+frech". Diesmal zielten die Veranstaltungen "mitten ins Herz" - die Liebe war das Leitthema. 1 300 Besucher ließen sich in 18 Veranstaltungen betören. Neu waren Kooperationspartner außerhalb der Stadtgrenzen: Die Stadtbibliotheken Hemmingen und Stuttgart-Weilimdorf und der dortige Kulturverein beteiligten sich an dem Projekt im Juni 1997.

Ein gemeinsames, kleineres Veranstaltungsprojekt der vier Stadtteilbibliotheken war "100 Jahre Dracula" im Oktober.

"Die lange Vampir-Nacht für Kinder" war der unumstrittene Höhepunkt dieses Herbstes.

Die "literarischen Frühstücke" erlebten solch einen Zulauf, daß die Bibliotheksleitung befürchtet, eine Besucherbeschränkung einführen zu müssen.

Sie werden aber ebenso wie die "Vollmondnächte" 1998 fortgesetzt.

Noch immer werden Fachbesucher durch das Haus geführt, die vor allem Fragen zu den zum Teil ungewöhnlichen Lösungen der Bibliothek haben (Stempelautomat, etc.).

14 Führungen haben 1997 stattgefunden.

Personal:

Derzeit arbeiten in der Zentralbibliothek 2 Diplom-Bibliothekarinnen, 2 Bibliotheks-Assistentinnen als Vollzeitkräfte.

1 Bibliotheksassistentin und 3 Bibliotheks-Angestellte in Teilzeit mit 5,10,15 und 17 Stunden.

Bis Mai 1997 bearbeitete eine Diplom-Bibliothekarin mit befristetem Arbeitsvertrag die EDV-Umstellung und zwei Praktikanten waren tätig.

II. Allgemeine Bibliothekarische Tätigkeiten

Allgemeines

Ich sollte alle verschiedenen Aufgaben in der Stadtbibliothek Ditzingen kennen lernen, dazu sollte ich, soweit es die zur Verfügung stehende Zeit zu ließ, in allen Bereichen mitarbeiten. Ich habe im folgenden die Bereiche untergliedert.

Thekendienst

Um die Arbeit an der Ausleihtheke kennenzulernen, hat man mich in dieser Tätigkeit eingewiesen. Wo was zu finden ist , wie die Bücher verbucht werden. Die ganzen formalen Dinge eben wie Kasse, Schlüssel, Lichter etc. und wie die EDV zu bedienen ist. Neben dem "Kennenlernen-Einsatz", gab es auch noch zwei Notfall Einsätze an der Theke. Aufgrund mehrere Ausfälle von Mitarbeiterinnen war die Theke unterbesetzt. Ich bin dann in diese Bresche eingesprungen um die fehlenden Mitarbeiterinnen zu ersetzen. Erst nach diesem streßigen Arbeitstag, konnte ich so richtig beurteilen was "Verbuchung" heißt.

Katalogisieren

Auch an das Katalogisieren von Büchern oder anderen Medien wurde ich herangeführt. Einige Medien die ich angeschafft habe mußten von mir katalogisiert werden. Am Anfang noch unter Aufsicht und später dann relativ selbständig. Jedoch nahm das Katalogisieren nur einen sehr kleinen Teil meines Praktikums ein, da die Ditzinger Stadtbibliothek bei ihren EKZ Bestellungen gleich die Katalogisate mitbestellt. Den relativ mechanischen Prozeß des Fremddaten einlesens habe ich selbstverständlich auch mehrfach passiv mitbekommen.

Auskunft

Eine Tätigkeit die einen sehr großen Teil meines Praktikums einnahm, war der Auskunftsdienst, ich habe die meiste Zeit, die meine Praktikumsbetreuerin an der Auskunftstheke verbrachte mit ihr gemeinsam abgeleistet.

Am Anfang als passiver Beobachter. Meine Aufgabe bestand zuerst darin die EDV-Anlage kennenzulernen damit ich dann später selbständig damit umgehen könnte. Mit der Zeit wurde ich dann voll integriert in die Auskunft. Wir haben uns später die Kundschaft geteilt oder ich habe zeitweise die Auskunft auch alleine übernommen. Zur Auskunft gehörte neben der Benutzerberatung das Ausstellen von Leseausweisen, die Verwaltung der Kopfhörer, Verkauf von Eintrittskarten, und die Aufsicht über die Bibliothek und Artothek.

Erwerb

Den allgemeinen Erwerb von Medien habe ich nur exemplarisch mitbekommen, allerdings aufgrund der späteren Aufgaben dann dort selbständig durchgeführt. Näheres zum Erwerb und Auswahl von Medien im Kapitel „Projekte".

Teilweise wurde mir aufgetragen bei der ortsansässigen Buchhandlung zu bestellen, oder im VLB zu recherchieren ob die gewünschten Bücher lieferbar sind um diese dann bei den ausgewählten Buchhandlungen zu bestellen.

Einarbeiten der Medien

Auch die Einarbeitung von Medien wurde mir nicht Vorenthalten. So wurde ich unterrichtet wie man z.B. ein Buch ordentlich foleiert; oder wie die Signaturen zu schreiben sind. Da die meisten Medien von der EKZ foleiert und katalogisiert kamen, gab es hier für mich nicht allzuviel Anschauungsmaterial. Dieses Beschränkte sich auf Zeitschriften, Geschenke und Leserwünsche, so das Foleieren und Signaturschilder schreiben "normaler" Bücher eher nicht zum Alltagsgeschäft der Assistentinnen gehören.

Führungen

Bei den sporadisch stattfindenden Klassenführungen war ich des öfteren anwesend, um auch diesen Bereich der Öffentlichkeitsarbeit kennenzulernen. Gegen Ende meines Praktikums habe ich dann auch in Kooperation mit einer Assistentin eine Klassenführung durchgeführt. Das Konzept der Klassenführungen beruht in Ditzingen noch auf alt Bewährtem, also eine reine Präsentation der Medien und mit wenig interaktiven Elementen wie Spielen etc..

Veranstaltungen

Bei diversen Veranstaltungen der Bibliothek war ich nicht nur anwesend sondern auch aktiv beteiligt bei der Organisation dieser Veranstaltungen. Das begann zum Teil schon im Vorfeld mit der Erstellung von Werbematerialien, wie Handzetteln und Plakaten. Das ging dann weiter mit dem Aufbau der Veranstaltung und der Mithilfe bei den Veranstaltungen.

Ein Beispiel:

Die lange Vampirnacht für Kinder. Bei dieser Veranstaltung, gab es ein Abendprogram mit anschließendem Übernachten der Kinder in der Bibliothek. Im Vorfeld der Veranstaltungsreihe "100 Jahre Dracula" zu der auch die Kinderveranstaltung zählte, galt es einen Handzettel zu überarbeiten und Eintrittskarten und anderes Werbematerial zu gestalten.

Meine Aufgabe bei der Kinderveranstaltung bestand darin eine Gruppe von Kindern zu betreuen und den vorher festgelegten Spiele und Rätselparcour mit ihnen zu bewältigen. Anschließend mußten die Kinder verköstigt werden, und zur Hauptattraktion des Abends, dem Auftritt von "Graf Dracula" begleitet werden. Nach dem erfolgreichen Auftritt sollten sich dann alle Kinder schlafen legen, keine leichte Aufgabe (auf so etwas wird man ja an der HBI nicht vorbereitet).

Neben dieser Kinderveranstaltung gab es noch diverse Erwachsenenveranstaltungen, die weniger Aufwand erforderten, ich konnte dort meine Fähigkeiten als Barmixer oder Frühstücksbereiter unter Beweis stellen.

Ausscheiden von Medien

Auch das Ausscheiden von Medien durfte ich kennenlernen. Mir fiel dabei die Aufgabe zu, die Sachgruppen systematisch durchzugehen und Anhand von Alter oder Ausleihfrequenz eine Entscheidung zu treffen.

Artothek

Mit der Artothek hatte ich relativ wenig zu tun. Aufgrund einer Zeitungsanfrage habe ich die Artothek photographiert und auch später als Internetpräsentation aufbereitet. Ein kleiner virtueller Rundgang durch die Artothek soll später im Internet dem "Surfer" einen realen Besuch schmackhaft machen.

Ausstellungen

Auch diverse Ausstellungen habe ich realisiert, dabei eine größere im Zusammenhang mit einem Projekt; dazu später mehr. Die kleineren betrafen meistens aktuelle Themen, dazu galt es passendes Material zu finden (z.B. bei Kinobetreibern Aufsteller oder Filmplakate).

Ein Beispiel: Eine kleine Ausstellung zu Heinrich Heine. Neben der Überprüfung der vorhandenen Medien, hatte ich die Aufgabe begleitendes Material zu finden. So habe ich bei dem Nachrichten Magazin "Der Spiegel" angerufen, um die aktuelle Titelseite des Spiegels als Plakat zu bekommen. Oder Zeitschriften nach Aufsätzen durchgesehen und passende Artikel kopiert. Nach der Materialsammlung wurde alles aufbereitet und anschließend als kleine Ausstellung aufgebaut.

III.Projekte

Allgemeines

Meine Auswahl der Stadtbibliothek Ditzingen, als Praktikumsstelle lag an dem zu realisierenden Projekt, deshalb sollte dieses auch den Hauptteil meines Praktikums einnehmen.

Leider war das Projekt nicht im vorher geplanten Ablauf durchführbar, so das das Ergebnis des Projektes noch nicht erreicht wurde. Vielmehr läuft das Projekt nach dem Praktikum weiter, ich bin immer noch als freier Mitarbeiter mit der Realisierung beauftragt.

Dadurch das das Projekt nicht wie geplant durchgeführt werden konnte, übernahm ich noch zwei weitere Projekte. Ich möchte die Projekte einzeln vorstellen.

"Aufbau eines Erwachsenen Comic Grundbestandes"

Der Erwachsenen Comicbestand der Stadtbibliothek Ditzingen bestand bei meinem Praktikumsbeginn aus wenigen, relativ willkürlich ausgewählten Bände. Der Bezug der Bände wurde über die EKZ realisiert, dementsprechende Comicbände waren vertreten.

Meine Aufgabe bestand nun darin den Bestand zu überprüfen und fehlende Bände zu erwerben. Darüber hinaus gehend sollte ein Grundbestand an Comics angeschafft werden.

Mein erster Schritt bestand darin, die vorhandenen Bände zu sichten um einen Eindruck zu bekommen was fehlt. Anhand der EDV, bzw. am Regal vor Ort war schnell klar das die wenigen vorhandenen Comics kein Grundbestand darstellten und auch nicht der Ergänzung bedurften. Somit war für mich klar, das der Erwachsenen Comic Bereich neu aufgebaut werden muß.

Als nächstes stand eine Sichtung des Marktes an:

Was für Comics sind lieferbar? Was gibt es aktuelles? Wo sind neue Trends zu erkennen? Gibt es günstigere Händler als den Buchhandel oder die EKZ? und so weiter.

Gleichzeitig habe ich mir über eine spätere Präsentation des bis dahin stiefmütterlich behandelten Themas Erwachsenen-Comics Gedanken gemacht. Eine Form das Medium den Kunden der Bibliothek nahezubringen ist sicherlich eine Ausstellung der Comics. Damit diese Ausstellung aber nicht zu einem reinen Aufstellen der Comics in der Neuerwerbungsecke wird, benötigte ich noch einige Materialien wie Plakate, Aufsteller und Verlagsverzeichnisse.

Um beide Dinge (Ausstellung und Marktsichtung) auf einmal zu erledigen, habe ich einen entsprechenden Serienbrief verfaßt und an die zuvor im VLB oder in anderen Publikationen recherchierten Verlage und Händler gesendet.

Beim Besuch des Stuttgarter Comicladens "Heinzelmännchen" habe ich dort schon die ersten Kontakte für eine spätere Zusammenarbeit geknüpft und mir die aktuellsten bzw. "wichtigsten" Erwachsenen Comics zeigen lassen.

Parallel dazu habe ich nach passender Sekundärliteratur zum Thema Erwachsenen Comics gesucht und passende Titel erworben, die mir den Bestandsaufbau erleichtern sollten.

Nachdem ein Großteil der Verlag geantwortet hatte konnte ich zu Phase zwei übergehen: der Sichtung und der Auswahl der Comicbände. Dabei gab es zwei Dinge zu beachten. Zum einen sollten populäre Comics vorhanden sein, und zum andern sollte die Comicgeschichte bzw. viele Facetten der Comickunst abgedeckt sein. Dabei war mir die erworbene Sekundarliteratur eine große Hilfe. Auch den sachkundigen Rat von Herrn Nagel nahm ich dankbar an.

Nach dem die ersten Bestellungen getätigt waren und die ersten Comics eintrafen, zeigte sich erst die Problematik des Mediums Comics: Was ist Kunst?

Erst jetzt wurde mir klar wie Anregend das Medium für Diskussionen sein kann. Anstoß wurde vor allem an sexuellen Darstellungen in den Comics genommen, aber auch das schonungslose zeigen von Gewalt führte zu Beanstandungen. Leider gibt es zum Thema Comics und Zensur bzw. Comics und die Problematik in öffentlichen Bibliotheken kaum aktuelle Literatur (zumindestens führten meine Recherchen und Gespräche nicht zu dem gewünschten Erfolg), so daß von professioneller Seite keine Stellungnahme zu bekommen war.

Letztendlich hat es dazu geführt, daß ich mit den Lieferanten in ein engeres Kunden - Händler Verhältnis kam als mir lieb war (andererseits war es eine gute Übung Rücksendungsschreiben zu formulieren oder Telefondebatten auszufechten). So mußte ich einige Bände mit sexuellem Inhalt ( z. B. Ralf König, "Kondom des Grauens") zurücksenden.

Parallel dazu haben wir auch einen internen Altersindex geschaffen. Bisher konnten alle Erwachsenen Comics ab 14 Jahren ausgeliehen werden. Da aber bei einigen Werken diese Altersgrenze als zu nieder angesehen wurde, haben wir noch eine weitere Altersgrenzen (ab 16 Jahren) eingeführt.

Im Rahmen dieser Einstufung, habe ich nach Absprache mit der für die Comics zuständigen Bibliothekarin einen Schlagwortkatalog erarbeitet. Da nun ohnehin jedes Werk im einzelnen durchgesehen werden mußte um eine Alterseinstufung vorzunehmen, konnte man gleich auch die Comics verschlagworten. Zusätzlich habe ich dann später bei den meisten Bände eine kurze Annotation verfaßt.

Nachdem die meisten Comics erfaßt waren, begann die dritte Phase die Ausstellung. Ursprünglich wollte ich diese größer aufziehen, mit Pressemitteilungen etc.. Jedoch haben wir nach einer internen Dienstbesprechung uns darauf geeinigt, das es besser sei, kein großes Aufheben um die Neuanschaffungen zu machen.

Geeinigt haben wir uns dann darauf, das zwar eine Ausstellung stattfinden solle, jedoch ohne Pressemitteilungen oder sonstige Verlautbarungen.

Die angeschriebenen Verlage haben zum Teil reichhaltiges Informationsmaterial und Werbemittel geschickt, so daß reichhaltiges Material für eine größere Ausstellung vorhanden war.

Diese Ausstellung blieb dann auch zwei Wochen aufgebaut und hat meines Wissens fast nur positive Reaktionen hervorgerufen. Der befürchtete Aufschrei der Moralhüter blieb weitgehendst aus.

Erweiterung des Videobestandes

Auch der Videobestand sollte überarbeitet und ausgebaut werden. Sowohl Sachvideos als auch Spielfilme sollten gekauft werden. Dabei ging ich ähnlich an die Umsetzung der Aufgaben heran.

Auch hier als erstes das Einholen von Angeboten. Da hier das VLB relativ wenig Anbieter-Adressen hergab, galt es alternative Adressverzeichnise zu sichten und passende Verlage und Lieferanten anzuschreiben. Auch hier wollten wir neben reinen Informationen (Was ist lieferbar und was gibt es aktuelles) auch Werbematerial für eine spätere Ausstellung. Wir haben dann mittels Serienbrief über 30 Produzenten und Lieferanten angeschrieben und um Info- und Werbematerial gebeten.

Glücklicherweise ergab unsere Recherche einen Händler, der uns neben sehr günstigen Konditionen auch noch eine CD-ROM mit allen lieferbaren Medien bot, so daß wir sehr effektiv arbeiten konnten.

Der nächste Schritt bestand nun darin, die vorhandenen Videos zu nachfolgenden Kriterien zu überprüfen:

- Ausleihhäufigkeit im Bezug zum Alter

- Alter

- Beschädigungen

- Bestandslücken (Systematik als auch Serienlücken)

Entsprechend obiger Kriterien wurden die Videos dann ausgeschieden oder es wurden fehlende Videos zur Nachkaufsliste hinzugefügt.

Als nächstes ging es nun darum, einen Rahmen abzustecken, was für Videos gekauft werden. Dabei war das vor allem bei den Sachvideos etwas komplexer. Hier konnten nicht alle Sachgruppen abgedeckt werden und man mußte sich auf einige Themengebiete spezialisieren. Dabei haben wir uns an Kundenwünschen bzw. stark frequentierten Systematikgruppen orientiert und eine dementsprechende Auswahl getroffen.

Nachdem der formale Vorgang der Bestellung abgeschlossen war, stand als nächstes die obligatorische Eingangskontrolle an. Anschließend mußten die Videos systematisiert und verschlagwortet werden.

Nach der Einarbeitung durch eine Assistentin standen die Videos dann für die Ausstellung bereit. Diese Ausstellung fand bei den Kunden der Bibliothek großen Anklang, und die neuen Videos waren innerhalb kürzester Zeit ausgeliehen.

Einführung des Internets und Einrichten eines Multimediaarbeitsplatzes

Dieses Projekt sollte eigentlich Hauptbestandteil des Praktikums und primäres Ergebnis des Praktikums sein. Leider kam alles anders als geplant.

Vorplanung

Begonnen hatte das Projekt schon vor dem eigentlichen Praktikum mit Vorbesprechungen mit der Leiterin der Bibliothek, Frau Brunner. Auch habe ich im Vorfeld einige Recherchen im Internet durchgeführt, um relevantes Material zur Umsetzung zu finden.

Meine erste Projekttätigkeit beim Beginn des Praktikums war die Aufstellung eines genauen Ablaufplans, den ich mit MS Project (einer Projektmanagementsoftware) ausarbeitete. An diesen Projektmanagementplan sollte mein weiteres Vorgehen gebunden sein. Dabei waren auch kleine Verzögerungen und Aufgaben bzw. Leistungen, die andere erbringen mußten, berücksichtigt.

Mein erster Punkt auf der Liste war die Mithilfe bei der Ausarbeitung der Konzeption. Dazu zählte vor allem, einen Entwurf für den Gemeinderat auszuarbeiten. In diesem Zusammenhang wurde die ganze Benutzungsordnung geändert. Auch mußte eine Modalität bei der späteren Internetarbeitsplatznutzung für Besucher gefunden werden. Dabei war eine enge Zusammenarbeit mit dem Kulturamt nötig. Des weiteren mußten für Gemeinderatsmitglieder ein Papier ausgearbeitet werden, das den Nutzen des Internets für die Stadtbibliothek Ditzingen aufzeigt.

Hier stellte sich zum ersten Mal heraus, daß der Job des Bibliothekars sehr viel eher mit einem Bürokraten als mit einem Pragmatiker verwandt ist. In welchem Umfang und in welcher Menge Vorlagen für Gemeinderat oder sonstige Gremien produziert werden mußten, war schon erstaunlich.

Vor allem bei der Providerauswahl mußte große Überzeugungsarbeit geleistet werden. Zur Auswahl standen einige kommerzielle Provider (angefangen bei AOL, T-Online bis hin zu regionalen Anbietern) und als Alternative Belwue. Belwue stand von meiner Seite von vorne herein als Favorit da, aufgrund des hervorragenden Preis/ Leistungs Verhältnis, des modularen Systems und dem bekannt gutem Services, davon galt es nun auch den Gemeinderat zu überzeugen.

Das vorläufige Ergebnis, sah dann folgendermaßen aus:

- Zugang nur nach Ausfüllen einer Erklärung

- Zugang kostenpflichtig

- ein Benutzerarbeitsplatz Internetzugang und ein Auskunftsplatz Internetzugang

- Zugang über Belwue

Der nächste Schritt bestand nun darin, die Räumlichkeiten zu überprüfen und die Anschlußmöglichkeiten für Telefon und Netzwerk zu finden. Da wir von Anfang an beschlossen haben, keine Einzelplatzlösung anzustreben, sollte ein Netzwerk, bestehend aus den drei Rechnern und dem Router von Belwue, aufgebaut werden. Dabei immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, das ganze Bibliotheksnetz mit dem Internet zu koppeln. Die beiden autarken Netze sollen später eins werden.

Probleme bei der Planung der weiteren Vorgehensweise bereiteten nun die internen Abteilungen der Stadt. Besonders mit dem EDV-Amt verlief die Zusammenarbeit sehr schleppend. Schließlich stand jedoch die Planung, was für Rechner benötigt werden (Internet-PC und CD-ROM-Server sowie Multimediaarbeitsplatz). Bevor jedoch der nächste Schritt getätigt werden konnte, das Einholen der Angebote, kam der unerwartete Stop aller Haushaltsmittel durch den Gemeinderat.

Das Projekt mußte gestoppt werden, der Projektmanagement-Plan verlor seine Gültigkeit und konnte zu den Akten gelegt werden.

Das Projekt lief erst mit zweimonatiger Verzögerung wieder weiter. Diese Zeit konnte nicht wieder aufgeholt werden, so daß bis zum heutigen Zeitpunkt noch an dem Aufbau des Internet-Zugangs und CD-ROM Netzes gearbeitet wird.

Schaffen der Hardware Voraussetzungen

Als endlich klar war, daß es weiter gehen konnte, galt es schnellstmöglich die erforderliche Hardware zu beschaffen, also bei Belwue den Zugang und den Router zu bestellen. Bei der Telekom anrufen und einen ISDN Anschluß anmelden, und einen geeigneten Termin zu vereinbaren. Sowie einen Rechner für den Internetarbeitsplatz zu kaufen. Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, nahm ich der EDV Stelle diese Aufgaben ab und bestellte Router und ISDN Anschluß.

Auch bei der Auswahl des Rechners kam ich der EDV-Stelle entgegen. So erstellte ich zuerst eine Konfigurationsliste. Diese Liste galt es dann vor der EDV-Stelle zu rechtfertigen (warum benötigt die Bibliothek einen CD-ROM Wechsler, SCSI Rechner etc.).

Mit der EDV-Stelle einigte ich mich dann darauf, daß die Angebote von Seiten der Stadtbibliothek eingeholt werden. Dazu habe ich ein Serienbrief mit unserer Wunschkonfiguration verfaßt und an ausgewählte PC-Händler (Adressen aus dem Branchenbuch oder PC-Zeitschriften) gesendet.

Die zahlreichen Angebote wurden anschließend gesichtet und ausgewertet. Dabei mußten noch einige telefonische Rückfragen getätigt werden, bevor eine endgültige Lieferanten-Auswahl getroffen werden konnte. Das endgültige Angebot mußte dann von der EDV-Stelle abgesegnet werden. Aufgrund der inneren Laufzeiten verzögerte sich das um weitere zwei Wochen, noch einmal zwei Wochen kamen dann durch den Jahreswechsel (Weihnachtsschließung etc.) hinzu. So konnte erst im Januar nach einem nochmaligen Einholen eines Angebotes der Rechner bestellt werden.

Zwischenzeitlich war ein Beauftragter der Firma Telekom vor Ort, um die ISDN-Leitung zu schalten, auch hier gab es Verzögerungen (die Leitungsführung war nicht bekannt). Auch das Schalten der Leitung zog sich in den Monat Januar. Es stellte sich nun auch heraus, das das Hausnetz keine weiteren PC-Netz-Anschlußmöglichkeiten im ersten Stock vorsieht. So mußte als Alternative ein autarkes Netz mit Hub (Verteiler für ein Netz) und Verkabelung im ersten Stock aufgebaut werden.

Um es kurz zu machen, nach einigem hin und her stand schließlich der erste Rechner, ein Hub und der Router von Belwue im ersten Stock am Auskunftsplatz. Für den geplanten Internetnutzer-PC und Multimedia-Rechner mußten nun noch vom Bauhof Kabel in der Bibliothek verlegt werden.

Konfiguration

Nachdem alles aufgebaut und verkabelt war, ging es nun daran, die Software zu installieren und zu konfigurieren. Ein großer zeitlicher Aufwand erforderte dabei die Suche nach einer passenden Sicherheitssoftware für die Rechner. Aufgrund des Gemeinderatsbeschlusses sollten die Rechner per Software so bedienbar sein, daß automatisch nach Ablauf der bezahlten Zeit kein weiteres Surfen mehr möglich ist. Auch sollte ein Zugangsschutz für die Rechner bestehen, damit niemand ohne Erlaubnis die Rechner benutzen kann. Um dem neuen Multimedia-Gesetz folge zu leisten muß noch eine Software angeschafft werden, die den Internetsurfer überwacht und verbotene Seiten sperrt.

Nebenbei habe ich noch einen Vorschlag für eine Homepage für die Stadtbibliothek Ditzingen entworfen. Dieser sollte als Vorlage für ein Gremium, das sich mit dem Einstieg der Stadt ins Internet befaßte, dienen.

Dabei legten wir Wert auf eine einheitliches Erscheinungsbild, also ein Übertragen der Corparate Identity der Bibliothek auf das Medium Internet. Im Moment sind die Seiten nur zu Versuchszwecken im Netz verfügbar. (http://www.ditzingen-bib.de/ - mit Paßwort geschützt!)

Der Internetanschluß war nun in Betrieb und wurde für die Auskunft genutzt. Am Anfang galt es die Mitarbeiter zu schulen, damit auch intern das Bewußtsein geschaffen wurde, daß das Internet eine sehr nützliche und innovative Anschaffung für die Bibliothek ist. Mittlerweile wird z.B. die gesamte Fernleihe mit dem Medium Internet durchgeführt, das Ausfüllen der Leihscheine entfällt und der Benutzer weiß sofort, ob das Buch verfügbar ist.

Mittlerweile standen nun auch die Mittel für den Multimedia-Rechner zur Verfügung, so daß auch für dieses Gerät Angebote eingeholt werden konnten, und dieses schließlich nach dem prüfenden Durchlauf der EDV Abteilung bestellt werden konnte. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt endete dann mein Praktikum. Da das Projekt noch nicht abgeschlossen war, aber eine Realisation immer noch angestrebt ist, arbeite ich weiterhin als externe Hilfskraft in der Stadtbibliothek Ditzingen. Vorläufiges Zwischenergebnis ist die Freigabe des öffentlichen Internet-Arbeitsplatzes Anfang Juli.

IV. Fazit

Meinen Entschluß, das Praktikum an einer Mittelstadtbibliothek wie der Stadtbibliothek Ditzingen abgeleistet zu haben, bereue ich nicht. Auch wenn das ganze Praktikum nicht wie vorgesehen ablief und viele Tiefen hatte, so war es doch alles in allem sehr lehrreich. Gerade weil es so viele negative Erfahrungen mit Verwaltungsabläufen und externen Störungselementen gab, habe ich sehr viel gelernt. Sehr gut war das Betriebsklima in der Bibliothek, das manche Frustration wieder erträglich werden ließ. Die Kolleginnen waren in allen Belangen sehr hilfreich und kooperativ, und hörten sich auch meine "verschulten" Ideen verständnisvoll an. Aber auch der normale bibliothekarische Alltag und die nichttechnischen Projekte haben im Zusammenspiel zu einem sehr guten Praktikum geführt. Dank der Haushaltssperre hatte ich die Gelegenheit, auf anderem Gebiet vielfältige Erfahrungen zu sammeln. Zusammengefaßt gesagt, waren es sehr informative, unterhaltsame, spannende und positive sechs Monate meines Lebens.

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